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S p e n d e n a u f r u f

das dokumentartheater berlin

Theater gegen das Vergessen –  Arbeit für die Zukunft

Erinnerung ist kein Gestern. Verantwortung liegt stets in der Gegenwart. Und Zukunft entsteht immer aus dem Gestern. das dokumentartheater berlin widmet sich seit über zwanzig Jahren der Arbeit gegen das Vergessen. Unsere Stücke Tänzerin hinter Stacheldraht, Holodomor, Vergessene BiographienUnd der Name des Sterns heißt TschernobylNadeschda heißt Hoffnung und Babyn Yar – ein Requiemerinnern an von Menschenhand monströs verursachtes Leid im letzten Jahrhundert. Sie schlagen eine Brücke zu unseren beiden Produktionen AKTE/NSU und Belarus – Aufbruch in der Mitte Europas. Es ist eine Brücke, die aufzeigt, dass Vergangenheit in die Gegenwart reicht, dass rechtes Gedankengut und Diktatoren nie aufgehört haben zu existieren. Beides ist aktueller denn je und scheint Bestandteil menschlicher Natur zu sein, die auch in Zukunft nie aufhören wird zu existieren. Wir möchten mit unseren Projekten aufzeigen, Herzen öffnen und hoffentlich Warnung sein. Menschen müssen wach bleiben.

Soeben kehren wir von einer wunderbaren Theater-Kooperation mit einem ukrainischen Ensemble aus Kiew zurück. Zum achtzigsten Jahrestag des Massakers von Babyn Yar spielten wir am 29. Und 30. September vor vollem Haus. Es sind die zwei Tage, an denen 33771 jüdische Menschen von den Nazis 1941 in der Schlucht von Babyn Yar ermordet wurden. Zwei Aufführungen mit dem Kiewer Ensemble stehen jetzt in Berlin an. Wir planen bundesweite Lesungen, wo es um deutsche Batallione, die in Osteuropa mordeten, gehen wird – fast vergessene Geschichten des Zweiten Weltkrieges, die es aufzudecken gilt. Wir sind angefragt für Gastspiele in Heidelberg zum Thema Holodomor, der von Stalin herbeigeführten Hungersnot in der Ukraine 1931/1932, in der Ukraine zum Thema Zwangsarbeit und Holocaust. Bild unten zeigt eine Aufnahme der Aufführung v. 14. November 2021 in der UfaFAbrik in Berlin, © Anastasiia Malysheva

Die Organisationen, die uns anfragen, finden das, was wir tun, großartig, sind selbst unglaublich in diesen unbequemen Themen engagiert. Aber auch sie haben finanziell nur eingeschränkte Mittel. das dokumentartheater berlin hat kein Dach über dem Kopf, wo geprobt und im besten Fall aufgeführt werden könnte. Es ist uns nicht möglich, diese wichtigen angefragten Reisen, was Reisekosten, Unterbringung und Verkostung angeht, alleine zu finanzieren. Jeder in diesem Ensemble spielt seit Jahren ehrenamtlich. Es ist für uns nie nur Theater. Es ist und bleibt immer ein essentiell wichtiger Teil politischer Bildungsarbeit, die aus dem Theater mit seinen zum Teil sehr jungen Ensemblemitgliedern bei jeder Vorstellung in das Publikum transferiert wird.

Um das auch weiterhin tun zu können, freuen wir uns über jede Hilfe und Spende, die möglich ist. Das Spendenkonto lautet: 

Deutsche Apotheker- und Ärztebank, IBAN DE 39 3006 0601 0008 7762 10. BIC DAAEDEDD

https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=P9GSPEW67GHCE

„Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“

(George Santayana)



News – Link unten anklicken:

Impressionen

Театр дякує фотографу Анастасії Малишевій за чудові знімки та відео, яке говорить все, що можна сказати без слів.

Unser Clip zeigt die beiden Regisseurinnen bei der Manöverkritik zwischen der Generalprobe und der Aufführung am 14. November 2021 im Theatersaal der UfaFabrik

©Anastasiia Malysheva
Paul Riemann li. und Martin Klefeldt ©Anastasiia Malysheva
Franca Schuller als Dina Pronitschewa ©Anastasiia Malysheva

Simon Baptist Mayer und Bild unten ©Anastasiia Malysheva

Regisseurinnen v.l.: Marina Schubarth, Vlada Belosorenko ©Anastasiia Malysheva


Besuch im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Bremen.

Nach der Vorstellung ist vor der Vorstellung. Die Vorstände des Theaters waren mit Roza Topanova, Direktorin des Nationalen Historischen Mahnmals von Babyn Yar, in Bremen. Wir hatte sehr gute Gespräche. Wir werden, wenn alles nach Plan läuft, in 2022 einiges mit den ukrainischen Partnern und in der Ukraine bewegen.

Im Bremer Staatsarchiv gestattete man uns, die Akten und Fotoalben des Bataillons 303, Sammlung Karl Schuster sowie die Aken von Amandus Conradi, Oberleutnant und ebenfalls Mitglied des mörderischen Bataillon 303 einzusehen. Die verblüffenden Ergebnisse, besonders betreffend Conrad, werden wir demnächst hier auszugsweise veröffentlichen.

An dieser Stelle danken wir Boris Löffler vom Staatsarchiv für seine freundliche Unterstützung. Nun sind wir auf dem Rückweg. Unsere Gäste müssen um 17.00 Uhr das Flugzeug vom BER nach Kiev erreichen. Unser Bild zeigt v.l.n.r.: Die Regisseurin Marina Schubarth, Roza Topanova mit Stellvertreterin.



Babyn Yar – ein Requiem. Vorstellung am 14. November 2021 im Theatersaal der UfaFabrik

Am 14. November 2021 spielten wir die vorerst letzte Aufführung in diesem Jahr von Babyn Yar – ein Requiem. Bis auf einige Covid-19 Abmeldungen waren wir ausverkauft. Unser Dank gilt allen, die mitgewirkt haben, dieses so wichtige Thema auf eine deutsche Bühne zu bringen. Damit haben wir den Opfern dieses furchtbaren Massakers die ihnen gebührende Referenz erwiesen und nachdrücklich an die Schuld der Mörder erinnert.

Unser großer Dank gilt der Leitung des UfaPark, die uns so kurzfristig die Bühne zur Verfügung gestellt hat. Ein besonderer Dank geht an die Lichttechnikerin und den Tontechniker des Theaters UfaPark. All unserer Sängerinnen erklärten übereinstimmend, dass sie solch eine perfekte Technik bislang nicht erlebt haben.

Wir danken unserem Hauptförderer, dem Auswärtigen Amt und allen weiteren Unterstützern. Ohne all ihre tatkräftige Hilfe wäre ein derartiger Erfolg kaum zu erzielen gewesen.

Wir arbeiten daran, Babyn Yar – ein Requiem sowohl in Form von Lesungen als auch durch Aufführungen innerhalb Deutschlands und auerhalb Europas, in Tel Aviv, Haifa und New York auf die Bühne zu bringen. Bild unten zeigt das Ensemble mit den Fotos der Ermordeten vor einem fassungslosen Publikum.


E i n l a d u n g

Am 13. November 2021 folgte das Ensemble einer Einladung von Topographie des Terrors. Mit dabei war Prof. Dr. Schneider, der eigens zu der Aufführung am 11. November im Gottfried-Keller-Gymnasium aus Bremen angereist ist. Die Führung erfolgte sowohl in deutscher als auch – für unsere ukrainischen russischer Sprache. Unser Dank gilt Herrn von Damaros, Pressesprecher von Topographie des Terrors. Ein Beirrst zur Verständigung zweier Völker. Bild unten: Mitglieder des Ensembles.


Aufführung vom 11. November 2021

Wir haben am 11. November 2021 aufgeführt. Im Gottfried-Keller-Gymnasium in Charlottenburg. Das Gymnasium wird von Uwe Kany geleitet. Ein Lehrer, der abseits der politischen Sonntagsreden die Vermittltung von Kultur für Schüler ernst nimmt. Ein Mann, dessen Engagement nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Das Ensemble und die Leitung des Theaters bedankt sich bei Uwe Kany für die Bereitstellung von Raum und Technik und für die exzellente Vorbereitung. Unser Dank gilt ebenso dem Team der Schüler, die vom frühen Morgen bis zum späten Abend die Technik professionell in der Hand hatten.

Einer der Höhepunkte des Abends war ein Gespräch zwischen Uwe Kany und Ehrengast Prof. Dr. Karl Schneider – Autor von Auswärts eingesetzt. Schneider ist ein ausgewiesener Kenner der Beteiligung von Polizisten des Bataillons 303 aus Bremen an der Mordaktion von Babyn Yar. Er überreichte Uwe Kany ein Exemplar seines Buches, das umso wertvoller ist, als dass die Auflage vergriffen und eine weitere nicht geplant ist. Bild li. zeigt das Ensemble bei den Vorbereitungen zu der Generalprobe. Daneben Prof. Schneider (li.) im Gespräch mit dem Schulleiter

ohne Worte @Shanna Bychkova

Babyn Yar – ein Requiem

Am 29. und 30. September haben wir in Kiev-Petschersk im dortigen Theater mit unseren ukrainischen Freunden, dem Ensemble des Theaters Studio 11 das Requiem als Theaterstück auf die Bühne gebracht. Es war die erste künstlerische Aufarbeitung des Themas von Theaterschaffenden zweier Länder, 80 Jahre nach dem Massaker.

Am 14. November 2021 bringen wir das Stück zum Angedenken an die Ermordeten erneut, in Berlin, auf die Bühne. Wir werden im Theatersaal der Ufa Fabrik, Viktoriastraße 10-18, 12105 Berlin aufführen. Einlass ist 18.30 Uhr. Beginn 19.30 Uhr. Die Veranstaltung richtet sich nach den Corona 3 G – Regeln. Bringen Sie daher bitte etwas Wartezeit mit. Kartenvorverkauf unter reservierung.babynyar@gmail.com.

Wir danken unseren Förderern und Unterstützern, die den manchmal schwierigen Weg der Vorbereitung von mehr als einem Jahr mit uns gegangen sind. Wir waren, wir sind es den Opfern schuldig.


C. a. s. t. i. n. g

das dokumentartheater berlin plant für 2022 interessante und spannende Dinge. Für Jugendliche und junge Menschen, für Laien- und Profi-Schauspielerinnen. Uns erwarten Gastspiele im In- und Ausland. Daher erweitern wir unser Ensemble.

Schwerpunkte unseres Theaters sind: Gegen das Vergessen, gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen den Nationalsozialismus, die NSU-Affäre, die Hungersnot von 1932/33, den Holodomor, NS-Zwangsarbeit, die Katastrophe von Tschernobyl, den Widerstand schlechthin, den Holocaust.

Auf Eure Anmeldung freuen wir uns. Das Casting findet im November und Dezember 2021 statt. Wegen Covid 19 nach Voranmeldung in kleinen Gruppen unter: marina_schubarth@hotmail.com



Babyn Yar – ein Requiem

Nur am 11. November 2021 18.30 Uhr – Gottfried-Keller-Gymnasium Bln. Charlottenburg

Nur noch Restkarten übrig

das dokumentartheater berlin führt auf: Zum 80. Jahrestag des Massakers deutscher Wehrmacht, SS und Polizeibataillonen:

Babyn Yar – ein Requiem. Gefördert vom Auswärtigen Amt. Unterstützt von weiteren namhaften Institutionen. In Kooperation mir dem

ukrainischen Körpersprechtheater Studio 11 von Vlada Belosorenko und Regisseurin Marina Schubarth vom dokumentartheater berlin

Im Gottfried-Keller-Gymnasium, Olbersstraße 38, 10589 Berlin. Es sind nur noch Restkarten übrig. Reservierung noch möglich unter

+49 176 7833 7888. Die Veranstaltung findet unter Covid 3 G Bedingungen statt.



Belarus – Aufbruch in der Mitte Europas

Seit August 2020 spitzt sich die politische Situation in Belarus unter Diktator Alexander Lukaschenko zu. Menschenrechte, Menschenwürde und Demokratie werden mit Füßen getreten. 

Dennoch ließen sich die Menschen nicht davon abhalten, aufzustehen. Sie gingen auf die Straße. Sie kämpften gegen die Repressionen und lassen in ihrem Kampf nicht nach.

„das dokumentartheater berlin“ zeichnet in einer Lesung die Chronologie der Proteste in Belarus nach. Damit richtet es den Fokus auf die gegenwärtigen Ereignisse. Mitten in Europa. 

Es folgt ein Zuschauer:innengespräch. 

Im Anschluss findet ein Konzert mit der ETHNO-FUSION BAND KRIWI statt. 

Sonntag den 7. November 2021 um 19.00 Uhr
Haus der Statistik

Otto-Braun Straße 70-72 Block C

10178 Berlin

Die Veranstaltung wird gemäß der zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen Corona-Bedingungen und entsprechenden Hygienemaßgaben durchgeführt. 

Da die Besucher:innenzahl beschränkt ist, bitten wir um Vorbestellung unter

0176. 62 96 40 17

Die Mädchen von der KRIWI-Band

Mia Keitel vom dokumentartheater berlin

Gefördert durch


Mörderische Photographien

Das Theater hat vom Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Bremen circa fünfhundert Bilder erhalten. Bilder eines Kriegsfotografen des Bataillons 303. Des Bataillons, das am 29. und 30. September 1941 insgesamt 33.771 Juden, Frauen, Kinder und alte Menschen ermordete. Und bei dieser Gelegenheit den Opfern Wertsachen, Geld und Kleidung st

Massenmörder, die deutsch sprachen. Sie kehrten nach verrichteter Arbeit nach Hause zu ihren Lieben zurück. Feierten Weihnachten. Schaukelten ihre Kinder auf dem Schoß, nachdem sie noch kurz zuvor Babies lebend in die Schlucht von Babyn Yar geworfen oder sie zuvor gemeinsam mit der Mutter durch Genickschuss getötet hatten. Nach ihren Morden in der Schlucht von Babyn Yar waren sie die ersten, die Judentransporte von Holland nach Auschwitz begleiteten. So blieben sie ihrem Mordauftrag treu.

Nach Kriegsende kehrten sie zurück in ihr altes Leben und nahmen hinter den warmen Öfen platz. Wurden weiter im Polizeidienst beschäftigt. Befördert, besoldet. Klagten auch gern mal die unterbliebene Erhöhung ihrer Besoldungsstufen. Wurden von ihren Vorgesetzten, von der Bremer Politik gedeckt und unbehelligt gelassen. Machten weiter Karriere. So, also sei nichts geschehen.

Bürgerliche Massenmörder. Im Dienst der Bremer Polizei. Wir werden in 2022 in Lesungen in Deutschland und in Österreich über die Bremer Mörder des Polizeibataillons 303 berichten. Die Fotos, die man uns zur Verfügung stellte, zeigen scheinbar normale Menschen, so wie sie Christopher Browning in seinem Buch über die Mörder des Bataillons 101, Titel “Ganz normale Männer” beschrieb.

Zwei solcher – scheinbar ganz normale – Photos stellen wir heute hier ein. Wir werden die Bilder in unregelmäßigen Abständen ergänzen.

Bataillon 303 Bremen
Mitglieder des Bataillon 303 aus Bremen

Bilder unten: Mitglieder des Mordkommandos des Bremer Polizeibataillon 303

Mordpause mit Bier.

© Staatsarchiv Freie und Hansestadt Bremen, Sammlung Karl Schuster, Bataillon 303

Hier der Link der FAZ, die sehr ausführlich über Babyn Yar und unseren Besuch in Kiew berichtete

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kiew-gedenkt-des-judenmords-von-babyn-jar-17559585.html

Aktuell

und das Interview der Regisseurin Marina Schubarth in der Jüdischen Allgemeine

https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/vielen-deutschen-ist-babyn-jar-kein-begriff/

Schauspieler Paul Riemann als Benjamin Ferencz, seinerzeit 27jähriger Ankläger im zweiten Nürnberger Kriegsverbrecherprozess


v.l.n.r.: Valeria Brianska, Daria Hapon, Yuliia Lukianets, Victoriia Donets ©Ksenia Bobrovnik

Pavlo Zhupanyn©Ksenia Bobrovnik

Das Theater in Petschersk (Kiew). Ehrwürdig. Grandios. ©Kenia Bobrovnik

Wir werden im November Babyn Yar – ein Requiem hier in Berlin spielen. Am 10. November kommen unsere

ukrainischen Freunde nach Berlin. Sie bleiben bis zum 15. November. Wenn alles nach Plan läuft, sehen wir sie in

der ersten Dezember-Woche wieder. Wir spielen dann nochmals Babyn Yar – ein Requiem. Wo und wann, wird noch

nicht verraten. Es bleibt spannend.

Das muss einfach sein: Premierenfreude nach harter Arbeit. Danke Ihr Lieben.

Schauspieler Martin Klefeldt mit Nadeschda Slessarewa. Die unserem im Dezember 2019

uraufgeführten Stück Nadeschda heißt Hoffnung den Namen gab. Ehrengast bei

der Premiere und der -feier. Mit 91 Jahren. Da Capo.